Die Stadt Alsdorf erprobt gemeinsam mit dem Bund und einem Aachener Unternehmen, wie Künstliche Intelligenz die Verwaltung bei der Suche nach Fördermitteln entlasten kann. Als eine von zwei Kommunen bundesweit nimmt Alsdorf dafür an einem Pilotprojekt des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung teil.
Konkret soll ein KI-System künftig erkennen, welche Förderprogramme zu geplanten Vorhaben der Stadt passen. Statt dass Mitarbeiter selbst regelmäßig mehr als 2.000 Programme von EU, Bund, Ländern und Stiftungen durchsuchen müssen, soll die Technik die Quellen automatisch auswerten und passende Möglichkeiten vorschlagen.
Dafür gleicht das System unter anderem Förderprogramme mit dem Haushaltsplan, dem Investitionsprogramm und Ratsbeschlüssen der Stadt ab. Zu jedem Vorschlag soll es Informationen zu Quelle, Frist und Förderquote liefern. Zusätzlich wird getestet, ob die KI auch Auflagen und Fristen aus Förderbescheiden automatisch erkennen kann.
Die Entscheidung, ob tatsächlich ein Antrag gestellt wird, bleibt bei der Verwaltung und den politischen Gremien. Nach Angaben der Stadt verarbeitet das System im produktiven Einsatz nahezu ausschließlich öffentliche Daten und keine personenbezogenen Informationen.
Entwickelt wird die Lösung von der INFORM DataLab GmbH aus Aachen. Die Testphase läuft bis Mitte Dezember und wird über den sogenannten Agentic AI Hub des Bundes finanziert. Für die Stadt Alsdorf entstehen dadurch keine Kosten.
Erste Ergebnisse werden bereits nach etwa vier Wochen erwartet. Entscheidend ist für die Stadt vor allem, ob durch das System zusätzliche Fördermöglichkeiten für konkrete Projekte gefunden werden, die bislang nicht im Blick waren.
Bürgermeister Tim Krämer sieht darin vor allem eine Möglichkeit, die vorhandenen Mitarbeiter zu entlasten. „Wer als Verwaltung handlungsfähig bleiben will, muss mit Künstlicher Intelligenz arbeiten, statt nur darüber zu diskutieren“, sagt er. Gerade bei Fördermitteln könne sich die eingesparte Zeit besonders schnell auszahlen.