Seit Wochen fehlt in der Region der Regen – und das macht sich auf den Feldern immer stärker bemerkbar. Nach Angaben der Kreisbauernschaft Aachen leiden vor allem Kartoffeln, Mais, Zuckerrüben, Obst und Gemüse unter der anhaltenden Trockenheit. Während die Getreideernte vielerorts bereits abgeschlossen ist, beginnt für viele andere Kulturen jetzt die entscheidende Phase.
„Diese Kulturen befinden sich derzeit in ihrer entscheidenden Wachstums- und Ertragsbildungsphase. Ohne ausreichend Wasser können sich die Pflanzen nicht normal entwickeln. Vielerorts geht es inzwischen nicht mehr um Spitzenerträge, sondern darum, überhaupt noch eine wirtschaftlich tragfähige Ernte einzufahren“, sagt Bernd Kockerols, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Aachen.
Sorgen bereitet den Landwirten auch die Versorgung ihrer Tiere. Zwar konnten im Frühjahr dank der Niederschläge noch mehrere Grasschnitte eingefahren werden, inzwischen droht aber mindestens ein weiterer auszufallen. Gleichzeitig leidet auch der Mais unter der Trockenheit. „Bleiben die dringend benötigten Niederschläge aus, drohen deutliche Ertragseinbußen und eine angespannte Futterversorgung im weiteren Jahresverlauf“, so Kockerols weiter.
Zu den Ernteverlusten kommen hohe Kosten für Dünger, Energie und Diesel. Besonders tierhaltende Betriebe in der StädteRegion Aachen stünden wirtschaftlich unter großem Druck. Deshalb fordert die Kreisbauernschaft, dass Deutschland die EU-Agrarkrisenreserve zügig nutzt und – wie Frankreich – mit nationalen Mitteln ergänzt. Außerdem brauche es eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage, damit Landwirte besser für Jahre mit Extremwetter vorsorgen können.