• DI­XIE-KLO WIRD ZUR ARZT­PRA­XIS FÜR KA­TA­STRO­PHEN­GE­BIE­TE

    Forschende der Uniklinik RWTH Aachen haben ein ungewöhnliches Projekt erfolgreich abgeschlossen: Aus einer mobilen Toilettenkabine ist eine telemedizinische Arztpraxis entstanden. Die sogenannte „KABINE“ soll künftig nach Naturkatastrophen oder in Krisengebieten die medizinische Grundversorgung sichern.

    Die mobile Versorgungseinheit ist in den vergangenen zwei Jahren entwickelt und getestet worden. Patientinnen und Patienten können die Kabine selbstständig betreten und werden per Videoschalte mit einer Ärztin oder einem Arzt verbunden. Unter Anleitung lassen sich dort unter anderem Blutdruck messen oder Herz- und Lungengeräusche mit einem digitalen Stethoskop untersuchen.

    Johanna Dorn, Leiterin des Medizinischen Versorgungszentrums Campuspraxis an der Uniklinik RWTH Aachen, hat an dem Projekt mitgearbeitet. Sie sagt, dass die zusätzlichen medizinischen Geräte deutlich bessere Diagnosen ermöglichen. Die Kabine sei so aufgebaut, dass sich die Geräte auch von medizinischen Laien nach einer kurzen Anleitung bedienen lassen.

    Nach Angaben der Forschenden soll die KABINE überall dort eingesetzt werden, wo Arztpraxen, Krankenhäuser oder Verkehrswege nach einer Katastrophe vorübergehend ausfallen.  Professor Michael Czaplik sieht großes Potenzial: Viele Patientinnen und Patienten könnten sich mit telemedizinischer Unterstützung selbst versorgen, ohne sofort einen Rettungswagen zu benötigen.

    Die Kabinen lassen sich laut Uniklinik flexibel transportieren und beispielsweise per Hubschrauber oder Boot in betroffene Gebiete bringen. Gefördert wurde das Forschungsprojekt vom Bundesforschungsministerium.

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