• EVA­KU­IE­RUN­GEN WE­GEN VENN­BRAND LAU­FEN

    Der Großbrand im Hohen Venn hat am Samstagabend weitere Ortschaften erreicht. Im belgischen 100,5-Revier sind bereits erste Orte evakuiert worden. Betroffen sind Küchelscheid und Leykaul in der Gemeinde Bütgenbach im Süden der DG sowie Teile von Sourbrodt in der Gemeinde Weismes.

    Die Polizei ist in den betroffenen Straßen unterwegs und informiert die Anwohner direkt. Als Aufnahmezentrum ist die Sporthalle in Malmedy eingerichtet worden. Viele Menschen kommen aber auch bei Familie oder Bekannten unter. Insgesamt geht es nach belgischen Medien um rund 600 Menschen. Die Evakuierungen laufen nach Angaben der Behörden vorsorglich.

    Auch auf deutscher Seite der Grenze bereitet sich die Stadt Monschau auf mögliche Räumungen vor. Betroffen sind die Monschauer Ortslagen Ruitzhof, Leyloch, Vennhof, Haus Sonnentau, Plattevenn und Geisberg. Die Bewohner werden gebeten, sich vorsorglich auf eine mögliche Evakuierung einzustellen. Nach Angaben der Stadt werden die betroffenen Menschen zusätzlich persönlich vor Ort informiert. Niemand müsse Sorge haben, eine wichtige Information oder mögliche Räumungsaufforderung zu verpassen.

    Für Kalterherberg besteht nach Angaben der Stadt Monschau aktuell kein Anlass, sich auf eine Räumung vorzubereiten. Die Menschen dort sollen die weitere Entwicklung aber aufmerksam verfolgen. Die Stadt richtet vorsorglich Notunterkünfte ein. Wer kann, soll im Fall einer Evakuierung möglichst bei Verwandten oder Bekannten unterkommen.

    Die Behörden raten den betroffenen Menschen, eine kleine Tasche mit dem Nötigsten bereitzuhalten, wenn möglich schon im Auto. Dazu gehören persönliche Dokumente, Medikamente und wichtige Dinge für die nächsten Stunden. Die Notrufnummer 112 soll ausdrücklich nicht für Nachfragen zur Lage blockiert werden.

    Der Brand ist am Freitagmittag im Hohen Venn ausgebrochen, im Bereich zwischen Drossart und der Baraque Michel. Seitdem hat sich die Lage massiv zugespitzt. Inzwischen sind mehr als 2.000 Hektar Vegetation zerstört. Der Öffentliche Dienst der Wallonie spricht vom größten Brand, den Belgien je erlebt hat.

    Besonders schwierig ist die Lage, weil das Feuer inzwischen auch Torfschichten erreicht hat. Dort kann Glut unter der Oberfläche weiter schwelen und später wieder aufflammen. Dazu kommen wechselnde Winde, die den Einsatzkräften die Arbeit immer wieder erschweren. Experten rechnen damit, dass die Löscharbeiten noch Tage oder sogar Wochen dauern können.

    Der Rauch zieht kilometerweit über die Region. Auch in anderen Teilen des 100,5-Reviers ist Brandgeruch wahrnehmbar. Wer Rauch riecht oder sieht, sollte Fenster und Türen geschlossen halten. Lüftungs- und Klimaanlagen sollten möglichst ausgeschaltet bleiben.

    Mehr als 200 Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen. Neben belgischen Feuerwehren sind auch Kräfte aus der DG, aus Lüttich, aus Aachen, der Zivilschutz, die Armee und die Föderale Polizei im Einsatz. Landwirte helfen mit Wasser- und Güllefässern, Löschwasser ins Gebiet zu bringen und angrenzende Flächen zu bewässern.

    Weil das Gelände im Hohen Venn schwer zugänglich ist, ist die Brandbekämpfung aus der Luft besonders wichtig. Hubschrauber sind bereits im Einsatz, weitere Unterstützung aus dem Ausland ist angekündigt. Belgien hat dafür auch den EU-Katastrophenschutzmechanismus aktiviert. Unter anderem sollen Flugzeuge aus Schweden und weitere Hubschrauber aus den Niederlanden helfen.

    Mehrere Straßen und Zufahrten zum Hohen Venn sind gesperrt. Auch Teile der Vennstraße sind betroffen. Die Behörden appellieren dringend, das Gebiet zu meiden. Schaulustige behindern die Arbeit der Einsatzkräfte und bringen sich selbst in Gefahr.

    In Malmedy und Stavelot sind bis Sonntag alle öffentlichen Veranstaltungen untersagt. Auch auf der Rennstrecke von Spa-Francorchamps wurden Rennen und Events abgesagt.

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