Wer in der Städteregion Aachen noch einen Ausbildungsplatz sucht, hat nach Einschätzung der IG BAU weiter gute Chancen. Die Gewerkschaft verweist auf aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur. Demnach sind in der Städteregion noch rund 1.180 Ausbildungsplätze frei.
Auch im Handwerk gibt es noch Möglichkeiten. Im Baugewerbe sind laut IG BAU noch 43 Ausbildungsstellen offen. Maler- und Lackiererbetriebe suchen ebenfalls noch Nachwuchs, genau wie Dachdeckerbetriebe. Gerade junge Menschen ohne Berufsabschluss sollten sich deshalb jetzt noch einmal auf dem Ausbildungsmarkt umsehen.
Tomislav Stevkov, Vorsitzender der IG BAU Aachen, spricht von einem möglichen „Ausbildungs-Kick“. Wichtig sei, sich jetzt einen Ruck zu geben und direkt nach einem Ausbildungsbetrieb zu suchen. „Mit einer Ausbildung in der Tasche sind die Jobs, die man ein Berufsleben lang macht, in der Regel sicherer und vor allem auch deutlich besser bezahlt“, sagt Stevkov.
Die Gewerkschaft weist darauf hin, dass viele junge Arbeitslose in der Städteregion keinen Berufsabschluss haben. Nach Angaben der Arbeitsagentur betrifft das 79 Prozent der Arbeitslosen unter 25 Jahren. Für sie sei es besonders wichtig, nicht einfach in Hilfsjobs hängen zu bleiben, sondern noch eine Ausbildung anzufangen.
Nach Einschätzung der IG BAU ist es dafür noch nicht zu spät. Viele Ausbildungen starten zwar im August und September. Auch im Oktober stellen Betriebe aber noch Auszubildende ein.
Die Gewerkschaft rät Interessierten, die Berufsberatung zu nutzen – zum Beispiel über die Jugendberufsagentur oder die Arbeitsagentur. Gleichzeitig sollten junge Menschen auch selbst mutig auf Betriebe zugehen. Wer direkt nachfrage, könne oft ein Praktikum oder sogar noch einen Ausbildungsplatz bekommen.
Wichtig sei dabei aber nicht nur der Beruf selbst. Auch Ausbildungsqualität, Bezahlung und Perspektiven nach der Ausbildung müssten passen. Die IG BAU empfiehlt deshalb, auf Betriebe zu achten, die fair ausbilden und nach Tarif bezahlen.