Die Heinsberger Tafel steckt in einer der schwierigsten Situation seit ihrer Gründung vor 17 Jahren. Lebensmittelspenden sind in den vergangenen Monaten deutlich zurückgegangen, gleichzeitig bleiben die Kundenzahlen hoch und die Betriebskosten steigen. Um den Betrieb aufrechterhalten zu können, muss die Tafel inzwischen auf ihre finanziellen Rücklagen zurückgreifen.
„Wir leiden darunter, dass wir deutlich weniger Spenden bekommen und das bei gleichbleibenden Kundenzahlen und steigenden Kosten für unseren Betrieb. Insofern müssen wir in diesem Jahr auf unsere Rücklagen der letzten Jahre zurückgreifen“, sagt der Vorsitzende Sebastian Walde.
Noch können die rund 2.000 Kunden der Heinsberger Tafel ausreichend mit Lebensmitteln versorgt werden. „Das, was wir an Lebensmitteln ausgeben, ist teilweise weniger als in den letzten Jahren. Trotzdem ist es noch ausreichend und unseren Kunden ist damit geholfen“, sagt Walde.
Neben haltbaren Lebensmitteln werden vor allem Geldspenden dringend benötigt. Der Betrieb der Tafel verursache inzwischen Kosten von mehr als 200.000 Euro im Jahr. „Das sind Mieten und auch die steigenden Kosten für Sprit und Energie, da wir die Lebensmittel kühlen müssen“, erklärt Walde.
Mit Geldspenden würden außerdem auch die vielen Ehrenamtlichen unterstützt, die selbst Kunden der Tafel seien. „Mit einer finanziellen Spende werden dann auch die Menschen unterstützt, die leider nicht mehr geben können, als ihre Arbeit.“
Kritik, dass die Unterstützung nicht an der richtigen Stelle ankomme, weist Walde deutlich zurück: „Wir prüfen bei jedem unserer Kunden die Bedürftigkeit. Wir fragen aber nicht nach der Würdigkeit und ob sie unsere Unterstützung verdienen. Das finde ich auch eine schwierige Diskussion. Für mich kennt Hunger keine Nationalität.“
Bevor sich die Lage weiter verschärft, hofft die Heinsberger Tafel nun auf steigende Lebensmittel- und Geldspenden, um die Versorgung ihrer rund 2.000 Kunden auch in Zukunft sicherstellen zu können. Alle Infos zu Spenden findet ihr Hier.
Die Situation der Aachener Tafel ist deutlich entspannter. In Aachen werden aktuell ausreichend Spenden abgegeben.