• HIT­ZE­WEL­LE: GE­SUND­HEITS­MI­NIS­TER WOL­LEN BES­SE­REN SCHUTZ

    Nach der außergewöhnlichen Hitzewelle im Juni und Juli wollen die belgischen Gesundheitsminister den Hitzeschutz verbessern. In einer außerordentlichen Konferenz haben sie am heutigen Mittwoch erste Zahlen und Empfehlungen ausgewertet. Dabei geht es auch um die Frage, wie gefährdete Menschen bei künftigen Hitzewellen besser erreicht werden können.

    Nach Angaben der Risk Management Group Gesundheit gab es während der Hitzewelle eine deutlich erhöhte Sterblichkeit. Betroffen waren nicht nur ältere Menschen, sondern auch Menschen unter 65 Jahren. Die Zahlen zeigen außerdem, dass sowohl Bewohner von Wohn- und Pflegezentren als auch Menschen zu Hause betroffen waren.

    Die Gesundheitsminister stellen fest, dass die verschiedenen Phasen des Hitzeschutzplans korrekt aktiviert wurden. In der Alarmphase wurden unter anderem Notrufnummern, Notaufnahmen und Krankenhäuser täglich beobachtet. Außerdem ging es um lokale Hitzeschutzpläne in Pflege- und Gesundheitseinrichtungen, mehr Trinkwasser, Schattenbereiche und medizinische Unterstützung bei Veranstaltungen.

    Trotzdem soll jetzt nachgebessert werden. Besonders alleinlebende ältere Menschen und andere gefährdete Gruppen sollen künftig besser erreicht werden. Erfolgreiche Initiativen von Kommunen, Krankenkassen und sozialen Organisationen sollen ausgeweitet und besser koordiniert werden. Außerdem sollen Notrufzentralen künftig besser auf stark steigende Anrufzahlen vorbereitet sein.

    Gesundheitsministerin Lydia Klinkenberg aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft sieht die Hitzewelle als Warnsignal. „Die jüngste Hitzewelle hat erneut gezeigt, wie wichtig ein vorausschauendes und koordiniertes Handeln aller Ebenen ist“, sagt Klinkenberg. Weil die Klimakrise den Gesundheitsbereich übersteige, müssten in den nächsten Wochen alle Ebenen prüfen, wo Handlungsbedarf besteht.

    Dabei geht es aus Sicht der Ministerin nicht nur um Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. „Dabei spielen unterschiedliche Bereiche eine Rolle, angefangen vom Schutz der Arbeitnehmer über die Kleinkindbetreuung, das Bildungswesen, den Kultur-, Sport- und Veranstaltungsbereich bis hin zu den WPZS und Krankenhäusern“, so Klinkenberg.

    Die Gesundheitsminister wollen außerdem einen genaueren Hitzeschutzplan ausarbeiten lassen. Grundlage soll eine neue Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation sein. Ziel ist ein System, das nicht nur warnt, sondern Gesundheit, Soziales, Infrastruktur, Arbeit, Bildung, Mobilität und Kommunen besser miteinander verbindet.

    Ein Zwischenbericht soll im September vorgelegt werden. Für die kommenden Tage werden in Belgien wieder steigende Temperaturen erwartet. Aktuell deutet aber nichts darauf hin, dass erneut die Alarmphase ausgelöst werden muss.

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