• HOCH­WAS­SER­SCHUTZ SOLL ÜBER GREN­ZEN HIN­WEG BES­SER WER­DEN

    Nordrhein-Westfalen und die Niederlande wollen beim Hochwasserschutz noch enger zusammenarbeiten. Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe von 2021 haben beide Seiten an der RWTH Aachen eine gemeinsame Bilanz gezogen. Dabei ging es vor allem darum, wie Schutzsysteme, Warnstrukturen und Forschung besser auf den Klimawandel vorbereitet werden können.

    NRW-Umweltminister Oliver Krischer nennt die Niederlande den besten Kooperationspartner für Nordrhein-Westfalen. Beide Länder arbeiten schon seit den großen Rheinhochwassern vor mehr als 30 Jahren zusammen. „Es gilt das Prinzip: Oberlieger schützt Unterlieger. Gemeinsam können wir die Sicherheit für Millionen Menschen am Rhein und seinen Nebenflüssen erhöhen“, sagt Krischer.

    Auch die Niederlande betonen, wie wichtig die Zusammenarbeit ist. Vincent Karremans, niederländischer Minister für Infrastruktur und Wasserwirtschaft, sagt: „Hochwasser macht nicht an Grenzen halt – unsere Zusammenarbeit darf das ebenfalls nicht.“ Gerade im Grenzgebiet sollen Schutzmaßnahmen deshalb stärker gemeinsam geplant werden.

    Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die RWTH Aachen. Über das Forschungsprogramm JCAR ATRACE arbeiten das Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft der RWTH und das niederländische Institut Deltares zusammen. RWTH-Professor Holger Schüttrumpf sagt, das Programm mache es möglich, grenzüberschreitende Fragen zu untersuchen und die Ergebnisse direkt in die Praxis zu bringen.

    NRW setzt nach eigenen Angaben seit der Flutkatastrophe deutlich mehr Geld für den Hochwasserschutz ein. Seit 2021 wurden rund 500 Millionen Euro bereitgestellt. Die jährlichen Mittel wurden von 56,7 Millionen Euro im Jahr 2021 auf rund 100 Millionen Euro ab 2025 fast verdoppelt. Damit wurden rund 600 klassische Hochwasserschutzprojekte gefördert.

    Dazu kommen 120 Projekte, die Hochwasserschutz mit Renaturierung verbinden. Nach dem Vorbild „Room for the River“ sollen Flüsse dort, wo es möglich ist, wieder mehr Raum bekommen. Das soll Hochwasserspitzen abmildern und gleichzeitig die Natur stärken.

    Auch bei Warnsystemen hat NRW nachgelegt. Die Zahl der Hochwassermeldepegel wurde von 84 auf 122 erhöht, besonders an kleineren Flüssen. Außerdem werden Regionalpakte vorbereitet, damit Schutzmaßnahmen für ganze Flusseinzugsgebiete besser zusammenpassen. Für das 100,5-Revier besonders wichtig ist dabei der Regionalpakt Eifel-Rur, an dem auch niederländische Partner beteiligt sind.

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