In der Deutschsprachigen Gemeinschaft startet dieses Schuljahr ein neues Leseförderprojekt der Autonomen Hochschule nach deutschem Vorbild. Das Konzept setzt auf Routine: An sieben Primarschulen wird nun mindestens drei Mal die Woche für 20 Minuten gelesen werden. Diese Lesezeit findet vom Kindergartenalter bis zur 6. Klasse zusätzlich zum Deutschunterricht während verschiedener anderer Fächer statt. So soll gewährleistet sein, dass kein anderes Fach zu kurz kommt. Dabei werden spezifische Methoden eingesetzt, welche individuell dem Leseniveau und den Interessen der Schüler angepasst sind.
Über drei Jahre hinweg wird die Lesekompetenz der Schüler zu Beginn und Ende des Schuljahres evaluiert. Anhand der Daten wird das Projekt weiterentwickelt, um möglichst effektiv auch in weiteren Schulen angewandt zu werden. In Deutschland hatte das Projekt in ähnlicher Auswirkung bereits Erfolg.
Dem ostbelgischen Unterrichtsminister Jérôme Franssen ist die Grundkompetenz Lesen besonders wichtig. Er betont Sprache als „Zugang zur Welt“ und das Lesen in diesem Zusammenhang als „ganz entscheidende Kulturpraxis“.
Ziel des Leseförderprojekts ist daher nicht nur die Leseflüssigkeit und das Leseverstehen. Besseres Lesen führt zu besserem Sprachverständnis, was sich auch positiv auf andere Bereiche wie die Rechtschreibung oder sogar Mathematik auswirkt.