• PY­RO­TECH­NIK GE­GEN PO­LI­ZEI: AU­TO­NO­MES ZEN­TRUM KRI­TI­SIERT GROSS­EIN­SATZ

    Nach der spontanen Demonstration gegen das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und dem anschließenden Großeinsatz der Polizei in Aachen gibt es Kritik vom Autonomen Zentrum. Rund 200 Menschen hatten sich am Sonntagabend am Elisenbrunnen versammelt und waren anschließend durch die Innenstadt in Richtung Hackländerstraße gezogen.

    Nach Angaben der Polizei wurden Beamte während des Aufzugs gezielt mit Pyrotechnik beworfen und beschossen. Unter den Teilnehmern seien rund 15 vermummte Menschen gewesen. Mehrere Tatverdächtige sollen anschließend in das Autonome Zentrum geflüchtet sein. Daraufhin umstellte die Polizei das Gebäude und durchsuchte später die Räume. Der Staatsschutz ermittelt wegen des Verdachts auf tätlichen Angriff und besonders schweren Landfriedensbruch.

    Das Autonome Zentrum stellt den Ablauf teilweise anders dar. Demnach sei die Demonstration von Einsatzkräften in Richtung des AZ gedrängt und dort eingekesselt worden. Eine vorrückende Hundertschaft habe die Menschen dazu gebracht, in das Gebäude auszuweichen und die Tür zu schließen. Rund 50 Menschen hätten danach mehrere Stunden im AZ ausgeharrt.

    Gegen 0:30 Uhr drang die Polizei nach Darstellung des AZ gewaltsam in das Gebäude ein. Das Zentrum kritisiert den Einsatz als unverhältnismäßig und erklärt, es habe Versuche gegeben, mit der Polizei Kontakt aufzunehmen und zu kooperieren. Zudem verweist das AZ darauf, dass nach eigener Kenntnis zunächst kein Tatvorwurf und kein Durchsuchungsbeschluss vorgelegen habe. Es prüft rechtliche Schritte gegen den Einsatz und fordert eine Erklärung der Behörden.

    Die Polizei erklärt dagegen, die Durchsuchung sei zuvor per Lautsprecherdurchsage angekündigt worden. Im Gebäude wurden mehrere Menschen kontrolliert. Ein Teil von ihnen wurde für eine erkennungsdienstliche Behandlung zum Polizeipräsidium gebracht und anschließend wieder entlassen. Festgenommen wurde nach Angaben der Polizei niemand. Verletzt wurde ebenfalls niemand.

    Der Einsatz dauerte bis in den frühen Montagmorgen. Rund um das Autonome Zentrum war die Römerstraße mehrere Stunden gesperrt. Nach Abschluss der ersten Polizeimaßnahmen bildete sich vor dem Gebäude noch eine weitere Spontanversammlung.

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