• RWTH-STU­DIE WARNT VOR ENG­PÄS­SEN BEIM KOH­LE­AUS­STIEG

    Eine neue Studie der RWTH Aachen sieht Risiken für die Stromversorgung beim Kohleausstieg. Ohne zusätzliche Kapazitäten könnten Engpässe entstehen. Das zeigt eine Analyse zur Versorgungssicherheit im Jahr 2030.

    Untersucht wurde, wie stabil das Stromsystem beim geplanten Kohleausstieg bis 2038 ist. Demnach steigt ohne zusätzliche gesicherte Leistung die Zeit, in der Strom nicht vollständig bereitgestellt werden kann, deutlich an. Statt des Zielwerts von rund drei Stunden pro Jahr könnten es über 27 Stunden werden.

    Studienleiter Professor Aaron Praktiknjo sagt: „Ohne zusätzlichen Zubau gesicherter Leistung ist der Kohleausstieg aus Sicht der Stromversorgung nicht darstellbar.“ Gleichzeitig betont er die Rolle erneuerbarer Energien: „Erneuerbare Energien sind ein zentraler Bestandteil eines sicheren Stromsystems.“

    Entscheidend sei aber das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Neben erneuerbaren Energien brauche es auch flexible Kraftwerke, Speicher und eine anpassungsfähige Stromnachfrage.

    Die Studie sieht grundsätzlich passende Ansätze in den aktuellen Planungen der Bundesregierung. Gleichzeitig warnen die Forscher vor Zeitdruck: Der Ausbau zusätzlicher Kapazitäten müsse deutlich schneller erfolgen, sonst gerät der Zeitplan für den Kohleausstieg ins Wanken.

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