Der ehemalige italienische Ministerpräsident und frühere EZB-Präsident Mario Draghi ist in Aachen mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet worden. Rund 700 Gäste haben die Verleihung im Krönungssaal des Aachener Rathauses verfolgt. Viele Menschen haben Draghi anschließend auch auf dem Katschhof gefeiert.
Im Mittelpunkt der Verleihung standen Europas Zukunft, wirtschaftliche Stärke und die Rolle der Europäischen Union in Krisenzeiten. Immer wieder ging es um die Frage, wie Europa unabhängiger und handlungsfähiger werden kann.
Mario Draghi selbst hat Europa eindringlich aufgefordert, entschlossener zu handeln. „Zum ersten Mal in unserer Erinnerung stehen wir wirklich alleine da“, sagte er. Europa müsse seine wirtschaftliche Stärke ausbauen, den Binnenmarkt stärken und unabhängiger von anderen Weltmächten werden. Gerade in Bereichen wie Energie, Technologie und Verteidigung müsse Europa enger zusammenarbeiten.
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz hat in seiner Rede betont, dass Europa sich neu aufstellen müsse. „Europa muss sich heute behaupten!“. Europa habe verstanden, dass es wirtschaftlich und sicherheitspolitisch stärker werden müsse.
Aachens Oberbürgermeister Michael Ziemons schlug in seiner Rede auch den Bogen zum Alltag der Menschen. Wirtschaftliche Stärke sei nicht nur eine Frage von Zahlen, sondern betreffe ganz konkret Arbeitsplätze, Renten und Zukunftschancen.
Begleitet wurde die Karlspreisverleihung von mehreren Kundgebungen in der Aachener Innenstadt. Die Gruppen „Omas gegen Rechts“, „Rainbow e.V.“ und „Wir sind Aachen“ hatten auf dem Hof zu einer Kundgebung für ein offenes Europa aufgerufen - daran nahmen laut Polizei 35 Menschen teil.
Am Elisenbrunnen kamen außerdem rund 110 Teilnehmer zu einer Kundgebung der Gruppe „Aachener für eine menschliche Zukunft“ zusammen. Ebenfalls rund 110 Menschen demonstrierten dort gegen Kürzungen im Sozialsystem und gegen Angriffe auf Arbeitnehmerrechte.
Auf dem Katschhof schlossen sich 21 Menschen einer spontanen Demonstration gegen die Politik von Bundeskanzler Friedrich Merz an. Dazu kam noch eine kleine Mahnwache zum Thema Tierrechte und Veganismus mit vier Teilnehmern auf dem Aachener Markt.
Die Polizei Aachen spricht insgesamt von einem ruhigen Einsatz ohne besondere Zwischenfälle. Auch die Verkehrsmaßnahmen rund um die Veranstaltung seien planmäßig verlaufen.
Foto: Stadt Aachen