• STADT AA­CHEN STELLT SICH GE­GEN ER­WEI­TE­RUNG DER LÖ­WEN­STEIN-KA­SER­NE

    Die Stadt Aachen stellt sich gegen die geplante Erweiterung der Dr.-Leo-Löwenstein-Kaserne in der Beverau. Die Bundeswehr möchte dafür rund 27,8 Hektar Fläche nördlich der bestehenden Kaserne nutzen. In ihrer Stellungnahme an die Bezirksregierung Köln äußert die Stadt erhebliche Bedenken und kommt insgesamt zu einer negativen Einschätzung der Pläne.

    Oberbürgermeister Michael Ziemons betont gleichzeitig, dass die Stadt grundsätzlich zum Bundeswehrstandort Aachen steht. „Die Technische Schule des Heeres gehört zu Aachen. Dass sie wachsen muss, verstehe ich“, sagt Ziemons. Für die Erweiterung sei die Beverau aus Sicht der Stadt aber der falsche Ort.

    Ein wichtiger Grund ist die Bedeutung der Fläche für das Stadtklima. „Die Beverau ist eine von Aachens Klimaanlagen“, sagt Ziemons. Dort entstehende Kaltluft strömt unter anderem in Richtung Frankenberger Viertel. Messungen aus dem August zeigen die Unterschiede deutlich: In einer Nacht wurden an der Adenauerallee im Beverbachtal 14,5 Grad gemessen, an der Wilhelmstraße waren es gleichzeitig mehr als 21 Grad – rund 6,7 Grad mehr.

    Auch beim Hochwasserschutz sieht die Stadt Probleme. Die Wiesen nehmen Regenwasser auf und verzögern den Abfluss in den Beverbach. Dessen Hochwassersituation gilt bereits heute als kritisch. „Der Beverbach hat heute schon ein Hochwasserproblem“, sagt Ziemons. Eine großflächige Bebauung und Versiegelung könnte die Situation aus Sicht der Unteren Wasserbehörde zusätzlich verschärfen. 

    Hinzu kommen Auswirkungen auf Natur und Naherholung. Die Fläche ist unter anderem Nahrungs- und Jagdgebiet für verschiedene Vogel- und Fledermausarten. Genannt werden zum Beispiel Turmfalke und Schleiereule. Außerdem wird die Beverau von vielen Menschen zum Spazierengehen und zur Erholung genutzt. 

    „Wir haben heute eine klare Stellungnahme abgegeben, dass wir als Stadt Aachen sehr erhebliche Bedenken gegen den Ausbau der Leo-Löwenstein-Kaserne hier in der Beverau haben“, sagt Ziemons. Gleichzeitig habe die Stadt der Bundeswehr angeboten, gemeinsam nach anderen Flächen zu suchen. Auch in der schriftlichen Stellungnahme erklärt Aachen, bei der Suche nach geeigneten Alternativstandorten helfen zu wollen. 

    Ziemons hofft nach eigenen Worten auf eine Lösung, mit der beides möglich ist: „Die Technische Schule des Heeres wachsen lassen und die Beverau und unser Klima in der Stadt schützen.“

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