Bei den beiden großen Waldbränden in der Region entwickelt sich die Lage unterschiedlich. Während es im Hürtgenwald erste Hoffnung gibt, dass der Brand unter Kontrolle gebracht werden kann, hat sich die Situation im Hohen Venn am heutigen Samstag weiter verschärft.
Im Hürtgenwald ist die Lage nach Angaben von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst inzwischen stabiler. „Es besteht jetzt erste Hoffnung, dass der Brand unter Kontrolle gebracht werden kann“, sagte Wüst bei einem Besuch im Brandgebiet. Wenn die Entwicklung so weitergehe, könnten möglicherweise auch die evakuierten Menschen aus Gey bald wieder in ihre Häuser zurückkehren.
Entscheidend bleibt allerdings der Wind. Die Einsatzkräfte konnten die Ausbreitung des Feuers in der vergangenen Nacht auch deshalb verhindern, weil es zeitweise nahezu windstill war. Ein auffrischender Wind könnte die Situation wieder erschweren. Bislang ist nach Angaben von Wüst kein Haus durch den Brand verloren gegangen und es wurden keine Menschen verletzt. Rund 300 Hektar Wald sind betroffen.
Deutlich angespannter ist die Situation im Hohen Venn. Nach Informationen des BRF sind mittlerweile rund 1.600 Hektar Fläche durch den Brand zerstört worden. Das Feuer ist offenbar tief in die Torfschichten vorgedrungen und könnte dort noch über Wochen schwelen. Mehr als 200 Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen.
Besonders im Osten breitet sich das Feuer weiter in Richtung Küchelscheid und Sourbrodt aus. Die Gemeinde Weismes hat die Menschen in Sourbrodt deshalb aufgefordert, sich vorsorglich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. Sie sollen eine Tasche mit dem Nötigsten packen und bereithalten. Aktuell müssen die Häuser aber noch nicht verlassen werden.
Wegen des Ausmaßes des Brandes soll außerdem der föderale Notfallplan aktiviert werden. Dadurch wird der Einsatz nicht mehr auf Provinzebene, sondern auf föderaler Ebene koordiniert und es können zusätzliche Mittel bereitgestellt werden. Die belgische Armee unterstützt bereits mit spezialisierten Löschfahrzeugen. Auch europaweit wurde weitere Hilfe angefragt.
Das Hohe Venn darf weiterhin nicht betreten werden. Zufahrtsstraßen und Parkplätze sind gesperrt. Wegen der starken Rauchentwicklung wird Menschen in den umliegenden Orten empfohlen, Fenster und Türen geschlossen zu halten.