Ein Moment des Innehaltens – dazu ruft die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) am Workers’ Memorial Day auf. Der internationale Gedenktag erinnert an Menschen, die bei der Arbeit verunglückt sind oder durch ihren Beruf erkrankt sind. Gleichzeitig soll er den Blick auf Gefahren im Arbeitsalltag schärfen.
„Wir veranstalten diesen Tag schon seit vielen Jahren, um auf die Gefahren im Berufsleben hinzuweisen und unserer verstorbenen Kolleginnen und Kollegen zu gedenken“, sagt Regionalleiter John Heinemann. Dabei gehe es nicht nur um akute Unfälle, sondern auch um langfristige Risiken. Gerade im Baugewerbe würden viele Erkrankungen erst Jahre später sichtbar werden.
Heinemann betont, dass viele Unfälle vermeidbar wären. Häufig würden Risiken im Arbeitsalltag unterschätzt oder aus Zeitdruck ignoriert. „Das Wichtige ist, dass man sich bewusst macht, was die Gefahren sind und auch sagt: Stopp, das ist mir zu gefährlich“, so Heinemann. Dafür brauche es eine stärkere Sicherheitskultur in den Betrieben.
Besonders in körperlich anspruchsvollen Berufen, etwa auf Baustellen, sei das Risiko hoch – etwa durch Stürze, schwere Maschinen oder auch durch langfristige Belastungen wie starke Sonneneinstrahlung. Gleichzeitig sieht die Gewerkschaft auch strukturelle Probleme: In kleineren Betrieben gebe es oft weniger Kontrollen und weniger klare Zuständigkeiten für Arbeitssicherheit.
Mit dem Workers’ Memorial Day will die IG BAU deshalb nicht nur erinnern, sondern auch ein Zeichen setzen: für mehr Schutz am Arbeitsplatz – und dafür, dass Sicherheit im Job immer Vorrang hat.