In Würselen entscheiden die Menschen selbst mit darüber, wofür städtisches Geld ausgegeben wird. Über das sogenannte Bürgerbudget werden aktuell zehn Projekte umgesetzt, die direkt aus Vorschlägen der Einwohner entstanden sind. Dafür stellt die Stadt insgesamt 50.000 Euro bereit.
Das Beteiligungsprojekt wurde im vergangenen Jahr zum ersten Mal durchgeführt und laut Stadt sehr positiv angenommen. „Wir haben letztes Jahr 54 Projektideen von den Bürgern eingereicht bekommen“, sagt Miriam Stickelmann von der Stadt Würselen. Nach einer Prüfung durch die Verwaltung kamen 20 Vorschläge in die Abstimmung, zehn davon wurden schließlich ausgewählt.
Die Ideen reichen von mehr Sicherheit bis hin zu Treffpunkten und Verschönerungen im Stadtgebiet. Bereits umgesetzt wurden zusätzliche Weihnachtsbeleuchtung für die Innenstadt, neue digitale Geschwindigkeitsanzeigen und ein Defibrillator in der Sporthalle Broichweiden. Weitere Projekte laufen aktuell – darunter eine neue Liegebank an der Pleyer Kapelle, ein Balancierbalken auf einem Spielplatz, eine sogenannte „Plauderbank“ am Morlaixplatz sowie zusätzliche Fahrradständer an der Kaiserstraße.
Auch größere Gemeinschaftsprojekte sind dabei. So entsteht auf dem ehemaligen Rhenania-Sportplatz eine Hundewiese. Außerdem wird eine beschädigte Schutzhütte im Weidener Feld mit Unterstützung von Vereinen wieder aufgebaut. Für Kinder und Jugendliche ist zudem ein neues multifunktionales Sporttor auf dem Spielplatz Uhlandstraße geplant.
Für Stickelmann zeigt das Projekt vor allem, was die Menschen in Würselen bewegt: „Die Vorschläge aus der Bevölkerung waren sehr vielfältig.“ Es sei um Weihnachtsbeleuchtung, Bänke, Fahrradständer, Spielgeräte oder auch einen Defibrillator gegangen. Genau darin liege der Wert des Bürgerbudgets: Die Stadt bekomme direkt mit, „wofür die Menschen das städtische Geld gerne einsetzen möchten“.
Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr soll das Bürgerbudget deshalb auch 2026 fortgesetzt werden. Pro Idee können dabei bis zu 5.000 Euro zur Verfügung gestellt werden.