Zum Start des neuen Ausbildungsjahres sind im IHK-Bezirk Aachen deutlich weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen worden als im vergangenen Jahr. Nach Angaben der IHK Aachen wurden bis Ende Juli 2.566 neue Verträge registriert. Das sind rund 13 Prozent weniger als im Vorjahr.
Betroffen sind sowohl gewerblich-technische als auch kaufmännische Berufe. Für Ulrich Ivens, stellvertretender Bereichsleiter Bildung der IHK Aachen, kommt die Entwicklung nicht überraschend. Im 100,5-Interview spricht er von mehreren Gründen, die zusammenkommen: die angespannte wirtschaftliche Lage, fehlende Bewerbungen und ein ausbleibender Abiturjahrgang.
Ein grundsätzliches Problem sieht die IHK aber nicht bei der Zahl der Ausbildungsplätze. Viele Betriebe suchen weiter Auszubildende. Gleichzeitig gibt es junge Menschen, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. „Die Betriebe und die Bewerbenden passen oft regional oder inhaltlich einfach nicht zusammen“, sagt Ivens.
Deshalb rät die IHK Jugendlichen, nicht nur auf einen ganz bestimmten Ausbildungsberuf zu schauen. Auch verwandte Berufe oder kleinere Betriebe könnten gute Chancen bieten. Landesweit waren Ende Juli noch rund 7.000 Ausbildungsplätze frei.
Viele Unternehmen berichten außerdem, dass Bewerbern wichtige Grundlagen fehlen – zum Beispiel Belastbarkeit, Disziplin oder schulische Basiskenntnisse. Ivens warnt aber davor, dafür pauschal eine ganze Generation verantwortlich zu machen. Aus seiner Sicht braucht es vor allem früher mehr Praxiserfahrung, Praktika und Berufsorientierung in der Schulzeit.
Wer jetzt noch keinen Ausbildungsplatz hat, muss laut IHK nicht aufgeben. Ein Einstieg in das laufende Ausbildungsjahr ist vielerorts noch bis zum 1. Oktober möglich. Besonders gefragt sind aktuell unter anderem Fachinformatiker, Kaufleute für Büromanagement und Berufe im Einzelhandel.