• ZU­CKER­STEU­ER GE­PLANT: EX­PER­TIN­NEN AUS DER RE­GI­ON SE­HEN VOR­TEI­LE

    Mehr als jeder zweite Erwachsene in NRW gilt als übergewichtig. Auch im 100,5 Revier steigt die Zahl der Adipositas-Fälle. Die Bundesregierung plant deshalb eine Zuckersteuer auf Softdrinks. Ziel ist es, den Konsum zu senken und langfristig Gesundheitskosten einzusparen.
     
    Die Aachener Ärztin Violetta Steinhausen unterstützt die Pläne deutlich. „Daumen hoch. Ich finde es fantastisch“, sagt sie. In ihrer Praxis sehe sie regelmäßig die Folgen von zu hohem Zuckerkonsum – von Diabetes bis hin zu schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Besonders problematisch seien süße Getränke und stark verarbeitete Lebensmittel. „Der Mensch braucht keinen zusätzlichen Zucker“, so Steinhausen. Der Körper bekomme ausreichend Energie über eine ausgewogene Ernährung mit Kohlenhydraten aus Obst und Gemüse.Auch Ernährungsberaterin Andrea Erkens aus Geilenkirchen bewertet die Steuer grundsätzlich positiv. Sie arbeitet als Ernährungsexpertin und sieht ebenfalls großen Aufklärungsbedarf. Viele Menschen wüssten gar nicht, wie viel Zucker sie täglich konsumieren. „Schon ein Fruchtjoghurt deckt oft einen großen Teil des Tagesbedarfs“, erklärt sie. Gleichzeitig verstecke sich Zucker hinter vielen unterschiedlichen Begriffen auf Verpackungen.
     
    Beide Expertinnen betonen, dass die Steuer allein das Problem nicht lösen wird. Erkens verweist darauf, dass auch höhere Preise bei Alkohol oder Tabak viele Menschen nicht automatisch vom Konsum abhalten. Wichtig seien deshalb zusätzlich bessere Ernährungskonzepte und mehr Aufklärung.Kritisch sieht sie außerdem mögliche Ausweichprodukte. Wer statt zuckerhaltiger Getränke vermehrt zu Light-Produkten mit Süßstoffen greife, tue seinem Körper unter Umständen ebenfalls nichts Gutes.
     
    Die Bundesregierung rechnet durch die geplante Zuckersteuer mit Einnahmen von mehreren hundert Millionen Euro pro Jahr und hofft gleichzeitig auf sinkende Gesundheitskosten.
    ZURÜCK