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Herzogenrath prüft Böllerverbotszonen

In Herzogenrath wird ein mögliches Böller-Verbot zu Silvester geprüft. Hintergrund sind mehrere Anträge aus dem Stadtrat - sie fordern, zumindest bestimmte Bereiche in der Stadt künftig böllerfrei zu halten.

Der Grund: In den vergangenen Jahren habe es immer wieder Probleme gegeben - von Sachbeschädigungen bis hin zu Gefährdungen von Menschen und Tieren.

Bürgermeister Dr. Benjamin Fadavian sagt dazu im 100,5-Interview, man habe in Herzogenrath an den Silvesterabenden erlebt, „dass mit dem Böllern in vielerlei Hinsicht nicht verantwortungsbewusst umgegangen wird“. Es sei auf Menschen gezielt worden, es habe Sachbeschädigungen gegeben - unter anderem wurde beim vergangenen Silvester der öffentliche Bücherschrank in Merkstein durch Feuerwerkskörper gesprengt. Außerdem litten Tiere, Umwelt und viele Anwohner unter Lärm und Müll. Deshalb schaue man sich das Thema nun ernsthaft an.

Bei einigen Hörern sorgt das für Unmut. Einer hat sich bei 100,5 gemeldet und kritisiert, dass der Stadtrat über ein mögliches Verbot entscheide, ohne die Bürger direkt einzubeziehen. Auf die Frage, ob ein Bürgerentscheid möglich sei, bremst Fadavian allerdings. Ein flächendeckendes Böller-Verbot könne die Stadt rechtlich gar nicht verhängen, da das Abbrennen von Feuerwerk bundesweit erlaubt sei. Möglich seien nur begrenzte Verbotszonen, etwa an besonders problematischen Orten. „Am Ende ist das eine ordnungsbehördliche Maßnahme“, so Fadavian. Über solche Fragen entscheide der demokratisch legitimierte Stadtrat, auch wenn man den Austausch mit den Bürgern suche.

Der Bürgermeister betont, dass Herzogenrath mit der Diskussion nicht allein sei. In vielen Städten gebe es bereits Böller-Verbotszonen, in Aachen etwa in Teilen der Innenstadt. In den Niederlanden gilt ab dem kommenden Jahr sogar ein landesweites Böller-Verbot. Aus seiner Sicht wäre eine bundesweite Regelung am sinnvollsten, weil Kommunen mit ihren Ordnungsämtern Silvester kaum flächendeckend kontrollieren könnten.

Eine schnelle Entscheidung fällt aber nicht. Am 10. März soll das Thema erstmals im Stadtrat beraten werden - eine Beschlussfassung sei dann aber noch nicht zu erwarten. Gespräche mit Polizei, Nachbarkommunen und ein Blick auf mögliche Änderungen im Bundesrecht stünden noch aus. Fadavian rechnet eher im Herbst mit einer Entscheidung. Bis dahin gilt: In Herzogenrath wird geprüft - entschieden ist noch nichts.

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