Würselen will die Asiatische Hornisse beseitigen
In Würselen rückt die Asiatische Hornisse weiter in den Fokus der Politik. Der Stadtrat berät am Dienstag über mögliche Maßnahmen gegen die invasive Art.
Hintergrund sind deutlich gestiegene Sichtungen - allein im vergangenen Jahr wurden in Würselen 35 Nester offiziell gemeldet, die Dunkelziffer dürfte höher liegen.
„Uns sind vor allem nach dem Laubfall im Herbst sehr viele Nester gemeldet worden, die vorher schlicht nicht sichtbar waren“, sagt Bettina Püll aus dem Planungsamt der Stadt Würselen. Besonders problematisch seien die sogenannten Sekundärnester, die hoch in Baumkronen angelegt werden. Für den Menschen sei die Asiatische Hornisse zwar nicht deutlich gefährlicher als die heimische Art, für Honigbienen und andere Insekten aber umso mehr. „Wenn wir versuchen, mit Blühwiesen und Stauden mehr Biodiversität in die Stadt zu bringen, ist es ein großes Problem, wenn eine Hornissenart kommt, die massenhaft andere Insekten frisst“, so Püll.
Vor allem Imker schlagen Alarm. Die Asiatische Hornisse patrouilliere gezielt vor Bienenstöcken und fange die Tiere direkt ab. In einem Nest könnten bis zu 5.000 Individuen leben – mit entsprechendem Schaden für heimische Bestände.
Ein Vorbild ist für Würselen die Stadt Herzogenrath. Dort wurden bereits erste Schritte eingeleitet. „Dort werden Gespräche mit den Imkervereinen geführt - genau diesen Weg wollen wir auch gehen“, erklärt Püll. Wichtig sei dabei vor allem Zusammenarbeit über Stadtgrenzen hinweg. „Die Hornisse macht nicht an der Stadtgrenze Halt. Alleingänge bringen nichts.“
Geplant ist deshalb eine gemeinsame Strategie mit anderen Kommunen, Imkervereinen und der Unteren Naturschutzbehörde. Ein zentraler Punkt: Aufklärung. Bürger sollen lernen, Gründungsnester frühzeitig zu erkennen - ohne selbst tätig zu werden. Denn gerade hier bestehe eine hohe Verwechslungsgefahr mit der streng geschützten Europäischen Hornisse. „Wenn es zu einer Verwechslung kommt, kann das strafbar sein“, warnt Püll.
Klar ist aber auch: Die Asiatische Hornisse wird nicht mehr vollständig verschwinden. „Wir werden sie nicht komplett los. Unser Ziel kann nur sein, sie einzudämmen“, sagt Püll. Wichtig sei deshalb ein koordiniertes Vorgehen - und Vorsicht vor vermeintlichen Lösungen aus dem Internet. Lockfallen schadeten oft auch Wildbienen, Schmetterlingen und anderen wichtigen Insekten.
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