Heiner Backhaus als Zeuge im Prozess gegen Kevin P.
Alemannias Cheftrainer Heiner Backhaus wurde am Dienstagmittag als Zeuge im Prozess gegen den ehemaligen Alemannia-Hooligan Kevin P. vernommen. Laut Anklage soll er ein Gewaltvideo von Kevin P. erhalten und mit den Worten „Richtig so!!!!“ darauf reagiert haben.
Das bestritt Backhaus vor Gericht mehrfach.
Er erklärte, seine Reaktion habe sich auf den Begleittext zur Nachricht bezogen – das Video selbst habe er nicht angesehen. „Hätte ich das Video gesehen, hätte ich es den Behörden gemeldet“, so der Trainer.
Backhaus kritisierte bei seiner Zeugenaussage die Vereinsführung scharf. Er sei schutzlos gewesen, habe sich allein gelassen gefühlt. Die Kritik ging besonders in Richtung von Marcel Moberz. Mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden, der vergangene Woche sein Amt vorerst niederlegte, habe er sich zuletzt oft gestritten. Dazu, so Backhaus weiter, hatte er nie ein Vertrauensverhältnis zu Moberz.
120 Minuten lang wurde Backhaus vor Gericht befragt. Er erklärte detailliert sein Verhältnis zum Angeklagten Kevin P., mit dem er immer wieder mal geschrieben hatte, was überwiegend von P. ausging. Die beiden schickten sich immer wieder mal WhatsApp-Nachrichten, oft ging es um einen Sieg, den Backhaus Mannschaft gerade eingefahren hat. Er hat dem Richter sein Smartphone vorgelegt und Screenshots ausgedruckt, die belegen sollten, dass er besagtes Video nicht heruntergeladen hatte.
Alemannias Aufsichtsratschef Marcel Moberz ist nicht als Zeuge vor Gericht erschienen. Er macht von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Gegen ihn läuft ein Ermittlungsverfahren, weil er das Gewaltvideo erhalten, positiv darauf reagiert und es möglicherweise weitergeleitet haben soll. Sollte sich die Weiterleitung bestätigen, wäre dies strafbar. Da die Ermittlungen gegen ihn parallel zum Prozess gegen Kevin P. laufen, könnte er sich mit einer Aussage selbst belasten und hat deshalb das Recht, nicht auszusagen.
Marcel Moberz lässt sein Amt als Aufsichtsratschef von Alemannia Aachen derzeit ruhen. Ob und wann er zurückkehrt, ist unklar. Im Zuge der Ermittlungen wurde bei einer Hausdurchsuchung sein Handy sichergestellt. Am Dienstagabend veröffentlichte Moberz ein Statement auf seiner Facebook-Seite. Zum Gewaltvideo von Kevin P. schrieb Moberz wörtlich:
„Mir und vielen anderen Menschen wurden ungefragt 3 Videos geschickt. Danach im Anschluss unmittelbar eine offensichtlich nicht ernstgemeinte Sprachnachricht, jedoch mit Schilderung des Vorgangs. Das erste Video habe ich dann gestartet, was jeder Mensch so macht. Abgefilmt von einer Sicherheitskamera (Außenkamera bei regennasser Linse, weswegen das Bild wie verschwommen wirkt) sieht man einen Tumult, die einzelnen Personen sind nicht zu erkennen, man sieht wie jemand eingreift und zuschlägt, wobei jemand zu Boden geht. Die beiden weiteren Videos habe ich nicht gesehen. Deswegen wurde gesagt: das erste Video ist angelaufen, aber darin ist weder ein Baseballschläger noch ein Tritt in ein Gesicht zu sehen. Hier ist kein Widerspruch etc. - eben nur eine (bewusst?) falsche Darstellung (das Thema war einfach für mich nach der Beantwortung der Sprachnachricht durch). Die Sprachnachricht sagte etwas über den gesamten Vorfall aus. Ein Raub an einer Prostituierten. (Auch das wird scheinbar bewusst nicht thematisiert)."
Zum Vorwurf, das Video an Dritte weitergeleitet zu haben, äußert sich Moberz nicht, da dies Teil des laufenden Ermittlungsverfahrens ist.
Alemannia soll jetzt endgültig wieder nur sportlich für Schlagzeilen sorgen – das wünscht sich Trainer Heiner Backhaus. Nach seiner Zeugenaussage äußerte er sich auch zu seiner eigenen Zukunft: „Jeder Aachener kann sich sicher sein, dass ich jetzt nicht die Segel streiche, sondern wir das hier gemeinsam durchziehen. Ich bin gerne hier.“ Seine nächste Mission: der Klassenerhalt.
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