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Katerstimmung zwischen Tierheim und Stadt Aachen

Katerstimmung zwischen dem Aachener Tierheim und der Stadt – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Das Tierheim kritisiert die Stadt Aachen, dabei geht es unter anderem um die Katzenkastration.

Im Streit um überfüllte Gehege, offene Rechnungen und eine fehlende Kastrationspflicht für Katzen hat sich das Tierheim Aachen jetzt öffentlich geäußert – und findet deutliche Worte.

„Von 50 Katzen im Monat werden vielleicht 10 wieder abgeholt“, sagt Marlies Bungert, Tierschutzbeauftragte beim Tierschutzverein Aachen, im 100,5-Interview. Der Rest bleibt – unkastriert – im Tierheim. Und blockiert damit wichtige Plätze. „Die können ja nicht unkastriert in die Katzenhäuser. Heißt: die blockieren die Isolationsstation. Wir können also keine Tiere mehr aufnehmen. Bedeutet auch: Das Veterinäramt kann auch keine Tiere mehr bringen“, so Bungert weiter.

In Aachen gilt bislang keine allgemeine Kastrationspflicht für freilaufende Katzen – anders als etwa in den Kreisen Heinsberg und Düren. „Man versteckt sich hinter Paragraphen, weil das eine Beschädigung der Fundsache sei. Wir haben aber noch nie erlebt, dass sich jemand nach 28 Tagen noch meldet“, kritisiert Bungert. Aus ihrer Sicht wäre eine klare gesetzliche Vorgabe längst überfällig.

Die Stadt Aachen hat zu dem Thema ein persönliches Interview abgelehnt. Stattdessen schickte sie eine schriftliche Stellungnahme. Sie schreibt, es gebe rechtliche Gründe, weshalb eine pauschale Kastration von Fundtieren nicht sofort erfolgen könne. Nach Auffassung der Stadt würde eine vorschnelle Kastration einen unzulässigen Eingriff in die Rechte eines möglichen Eigentümers darstellen. Erst nach 28 Tagen – wenn sich kein Halter gemeldet hat – sei der Eingriff vertretbar. Ob Aachen wie andere Städte eine Kastrationsverordnung einführt, werde aktuell gemeinsam mit der Städteregion geprüft.

Darüber hinaus knirscht es auch in anderen Bereichen zwischen Tierheim und Stadt. Zum Beispiel beim Thema Finanzen. Bislang habe die Stadt bis einschließlich letztem Jahr 500.000 Euro jährlich an das Tierheim gezahlt, um Kosten zu decken. Die Summe sei falsch, schreibt die Stadt! Es gab bislang 217.000 Euro jährlich. Man bedauere die unterschiedlichen Sichtweisen.

Seit Januar 2025 gibt es keine Pauschalzahlungen mehr, man hat sich stattdessen auf Einzelfallabrechnungen geeingt – auf ausdrücklichen Wunsch des Tierheims, wie die Stadt betont. Pro Tier schickt das Tierheim der Stadt eine Rechnung. Aus Sicht von Marlies Bungert funktioniert das nicht. „Wir haben auch schon Rechnungen rausgeschickt. Teilweise werden die nicht bezahlt.“ Die Stadt hält dagegen. Man habe dem Tierheim klar gemacht, dass die Umstellung auf Einzelfallabrechnung auf beiden Seiten für zusätzlichen Verwaltungsaufwand sorgen würde – insbesondere, weil Rechnungen vom Tierheim teilweise verzögert eingereicht worden seien. Daher kommt es dazu, dass einige Zahlungen noch nicht getätigt werden konnten.

Wie geht es jetzt weiter? Ob und wann sich Stadt und Tierheim wieder annähern, ist derzeit offen. Die Stadt betont, man habe über viele Jahre vertrauensvoll mit dem Tierschutzverein zusammengearbeitet – und hoffe, dass dies auch in Zukunft wieder gelinge. Das Tierheim hingegen braucht dringend Geld, weil sich die Kosten im vergangenen Jahr auf 1,5 Millionen Euro belaufen haben. Tendenz steigend.

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