Stolberger Rathaus geht es jetzt endgültig an den Kragen
Es ist eins der größten Bauprojekte zurzeit in NRW: der Abriss des Stolberger Rathauses. Seit Oktober laufen die Bauarbeiten - am Dienstag hat der Abrissbagger die ersten Mauern eingerissen.
Die letzten Wochen und Monate war die Baufirma noch damit beschäftigt, Schadstoffe zu beseitigen.
Zuerst sind die Nebengebäude des Stolberger Rathauses fällig, die Abrissarbeiten sollen laut Wilfried Sterck, Geschäftsführer der Wiederaufbaugesellschaft, bis Ostern dauern. Danach wird auch das Hochhaus dem Erdboden gleichgemacht. Das ist aufgrund seiner Größe etwas komplizierter abzureißen. Zuerst werden die oberen Etagen zerlegt und anschließend mit dem Kran abgebaut. Sobald das Hochhaus dann die passende Höhe hat, kann der Bagger auch hier Hand anlegen, so Sterck. Bis September laufen die Abrissarbeiten.
Wie das Stolberger Rathaus der Zukunft aussieht, ist noch nicht klar. Aktuell läuft die Ausschreibung. Kurz vor den Sommerferien sollen die ersten Ergebnisse vorliegen. Bürgermeister Patrick Haas hat jedenfalls klare Vorstellungen, wie das neue Rathaus aussehen soll: nicht mehr so hoch! Der Rathaus-Turm sei zwar einzigartig und ein Markenzeichen Stolbergs, sonderlich schön sei es aber nicht. Und noch viel entscheidender: Es nimmt zu viel Sonne weg, lächelt der Bürgermeister.
Mit dem Abriss beginnt für Haas der letzte große Schritt zur Aufarbeitung der Flutkatastrophe 2021. Es wird die „Kirsche auf der Sahnetorte“, um Stolberg wieder schön zu machen, sagt der Bürgermeister im 100,5-Interview. „Es ist ein krasser Einschnitt in die Kupferstadt Stolberg. Wenn am Ende der Turm nicht mehr steht, wird das auch noch mal ein anderes Bild auf die Stadt sein.“
Damit Haas das Rathaus der Zukunft auch als Arbeitsstätte genießen darf, müsste er noch mindestens zweimal wiedergewählt werden. 2030 soll das Bauprojekt frühestens abgeschlossen sein. Das sieht er aber sportlich: „Es gibt ja dieses Jahr erst mal eine Wahl und danach schauen wir, was die Zukunft bringt“. Sollte er auch 2030 noch im Amt sein, wäre seine erste Handlung im neuen Rathaus klar: „Meine E-Mails checken und gucken, was als nächstes für Herausforderungen kommen“.
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